Djihad

SCHAUSPIEL VON ISMAËL SAIDI


Premiere: 02. Februar 2018

Regie: Frank Piotraschke.


mit: Patrick Brenner, Julian Brodacz, Mike Sobotka.

Das Stück erzählt von der grotesken Odyssee dreier junger Männer, die in den Heiligen Krieg ziehen. In ihrer Heimat fühlen sie sich nur noch von Trostlosigkeit und Zukunftsangst umgeben, daher verschlägt es Ben, Reda und Ismaël nach Syrien, wo sie endlich „Ungläubige“ zur Hölle fahren lassen wollen – koste es auch das eigene Leben. Dabei haben sie eigentlich ganz normale Interessen, die allerdings nicht immer ganz im Einklang mit ihrem Glauben stehen. Ben liebt heimlich Musik, Reda trinkt manchmal zu viel und Ismaël verfügt über zeichnerisches Talent. In Syrien angekommen stellen sie aber ziemlich schnell fest, dass ihr Weg wie ihr Ziel weitaus weniger ehrenvoll und romantisch sind, als sie vorher dachten, dass dem Krieg nichts heilig ist, und dass er Opfer fordert …

„75 Minuten Spielzeit, in raschem Tempo aneinandergereihte, verdichtete Szenen: Man könnte Ismael Saidi vorwerfen, er habe sein Stück aus Momentaufnahmen und kleinen Bruchstücken von Biografien zusammengesetzt. Wir brauchen uns nur an die eigene Nase zu fassen, um zu erkennen, dass ein solcher Vorwurf ins Leere ginge (…) Gehört es nicht zur Lebenswirklichkeit, dass wir Urteile und Vorurteile auf der Grundlage von Teilwissen entwickeln und fällen? (…) Schnell ist vergessen, dass da Schauspieler auf der Bühne stehen. Drei Menschen erleben wir, die einander brauchen. (…) So wenig gespielt, so stark gelebt ist das, dass man als Zuschauer (…) sich den Suchenden zuwenden will, ihnen zur Seite stehen und aus dem Schlamassel helfen.“
aus der Premierenkritik von Ulrich Pfaffenberger, SZ Ebersberg, 08.02.18