Die Zeiten ändern sich nicht. Denn, obwohl früher alles besser war, war, als früher noch alles besser war, früher alles wie immer. Und wenn es tatsächlich „kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsre“ gäbe, wo wären dann unsere Sehnsuchtsorte?

Das Ensemble begibt sich auf die Suche, staunt und schaudert und wundert sich über unsere Sehnsuchtsorte zu Hause und auch anderswo anhand unbequemer, politischer und utopischer Texte, Erzählungen und Manifeste. Abseits unserer gewohnten Bühnenliteratur spielzeitbegleitend bei Schreibtischlampe und Bierchen. Zwanglos, aber interessiert, für zwangsfrei Interessierte.

Also fühlen Sie sich nicht gezwungen, aber geladen mit uns einen Blick hinter die Phrase „Kein schöner Land” zu werfen. Und sollte es mal kein so schöner Mittwoch werden: geteiltes Leid ist halbes Leid.

Leitung: Nik Mayr. Es lesen: Nik Mayr und Annett Segerer.
Heute auf dem Tisch: LANZAROTE von MICHEL HOUELLEBECQ.

„Michel Houellebecqs Erzählung weist alle Stichworte auf, an denen sich das öffentliche Interesse flackernd entzündet: Samenspende, Biotechnologie, Klonen, Skandal in Belgien, Kindsmißbrauch. Hätte seine Erzählung ein Register, man könnte auf einen Blick hier sehen, daß Houellebecqs Rachezug gegen den Sumpf der Gegenwart, der nicht mit Furor geführt, sondern mit den traurigen Augen eines geschlagenen und verlassenen Kindes betrachtet wird, eine kleine chronique scandaleuse sein möchte. Man braucht, in den trüben Dinosaurieraugen Houellebecqs, nur noch die Länge einer Erzählung, die Größe eines Taschenspiegels für diese vermurkste Welt.“ FAZ 21.10.2000

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